Beschreibung der

frühkindlichen Reflexe

Erfahre hier Details zu jedem Reflex 

 

Furcht-/Lähmungsreflex (FLR)

 

Er ist der erste frühkindliche Reflex und wichtig für einen angemessenen Umgang mit Stress-/ Schrecksituationen.

Zeit:

5. Schwangerschaftswoche. Er wird zunächst in den Moro-Reflex und anschließend in den Strauß-Reflex umgewandelt.

Reflexbewegung:

Erstarrung sowie leichte Beugehaltung von Armen und Beinen.

Aufgabe:

  • Erstarrung als Schutzmechanismus

  • bewahrt vor Verfangen in der Nabelschnur

  • Entwicklung des Tastsinns

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • geringe Stresstoleranz

  • Stress bei Augenkontakt, Berührung, Licht, Geräuschen, Geruch, Geschmack und Lageveränderungen

  • Gleichgewicht und Koordination sind schlecht ausgebildet

  • Bündelung von Aufmerksamkeit nicht möglich

  • leicht ablenkbar

  • Verknüpfung zum Cortex wird blockiert

  • Schultern gehen nach vorne –> schlaffe Körperhaltung

  • schüchtern

  • hoch sensibel

  • Trennungsängste, Schulängste

  • Konfliktvermeidung

  • häufig emotionale Symptome

  • Gefühle können nicht geäußert/gezeigt werden

Bei ADHS, emotionalen Problemen und Leseschwierigkeiten meist aktiv.

Aufgrund des hohen Stressbelastungsniveaus in der modernen Gesellschaft.

Moro-Reflex

 

Zeit:

9.-12. Schwangerschaftswoche -> Mit 4 Monaten integriert.

Reflexbewegung:

Phase 1:

Körper rollt sich zusammen, eine tiefe Ausatmung, Herzschlag verlangsamt sich

Phase 2:

Streckt alle Viere von sich und reißt die Augen weit auf, atmet tief ein, Blutdruck steigt und Herzschlag beschleunigt sich.

Aufgabe:

  • unterstützt den ersten Atemzug nach der Geburt

  • Schaltung von Nervenverbindungen zu allen Sinnen

  • Bildung des gesunden Stressregulierungssystems

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • Es wird vermehrt Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, was die Immunabwehr senkt, dadurch häufiger Infekt anfällig

  • Asthma, Allergien

  • Überempfindlich auf alle Sinne

  • Durch Lichtempfindlichkeit gibt es Leseschwierigkeiten, schnelles Ermüden beim Lesen

  • Tendenz zum Schielen

  • verminderte Lernfähigkeit

  • niedriges Selbstwertgefühl

  • liebt Routine, sträubt sich gegen Neues und Veränderungen

  • oft Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen

  • Kritik, Wettbewerb und Stress werden schlecht ertragen

  • langsames Abschreiben von der Tafel

  • Angstgefühle, Phobien, Panik, Schulangst

Bonding-Reflex

 

Zeit:

12. Schwangerschaftswoche bis 10. Lebensmonat. Er kommt in den ersten 7-45 Min. nach der Geburt auf dem Bauch der Mutter in Aktivierung.

Aufgabe:

Er ist wichtig für das Grundvertrauen auf körperlicher Ebene und das Gefühl der Körpermitte wird angelegt. Wichtig für die psychische Gesundheit, Autonomie und das Selbstvertrauen.

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • ängstlich

  • Nicht gern allein

  • braucht viel Zuspruch und Aufmerksamkeit

  • provoziert gern

  • ist nachtragend

  • Familienclown

  • Sündenbock

  • kommt mit Autoritätspersonen nicht zurecht

  • Angst zu versagen

Landau-Reflex

 

Zeit:

4. bis 36. Lebensmonat

Reflexbewegung:

Bauchlage: Kopf hebt sich, Wirbelsäule und Beine strecken sich.

Aufgabe:

  • stärkt die Nacken-, Rücken- und Atemmuskulatur

  • dient zur Wirbelsäulenstreckung, Raumorientierung und der Programmierung des Gleichgewichts.

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • steife Körperhaltung

  • Knie meist durchgedrückt

  • Probleme beim Erlernen des Brustschwimmens

  • Schwierigkeiten bei der Koordination des Ober- und Unterkörpers

  • schlechte Körperhaltung, dadurch Leitung des RAS geschwächt und Cortex nicht genügend stimuliert

  • Nackenprobleme

  • Reizdarm

 

Tonischer Labyrinth Reflex (TLR vorwärts)

Zeit:

12. Schwangerschaftswoche bis 4. Lebensmonat

Reflexbewegung:

Kopf geht nach unten. Arme, Nacken und Beine werden gebeugt

Aufgabe:

  • Tonus wird vermindert

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • setzt sich bei jeder Gelegenheit auf den Boden oder lehnt sich an

  • Stehen ist anstrengend

  • schlechte Körperhaltung und ein runder Rücken

  • stabilisiert sich, indem die Arme verschränkt oder die Daumen in die Gürtelschlaufen geschoben werden

  • Reisekrankheit

Tonischer Labyrinth Reflex (TLR rückwärts)

Zeit:

Geburt bis 36. Monat

Reflexbewegung:

Kopf geht nach hinten. Arme und Beine werden gestreckt

Aufgabe:

  • Tonus wird erhöht

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • bewegt sich eher steif

  • Zehenspitzengang

  • Schwierigkeiten beim Einschätzen von Raum, Tiefe, Entfernung und Geschwindigkeit

  • ständig in Bewegung, um das Gleichgewicht zu halten

  • es fällt schwer sich zu organisieren, z.B. aufzuräumen, haben ein schlechtes Zeitgefühl, sind vergesslich

Tonischer Labyrinth Reflex (allgemein)

Aufgabe:

Durch die Wechselbewegung des Kopfes wird der Muskeltonus und die Körperwahrnehmung trainiert. Dies brauchen wir für eine gute Kopf- und Körperhaltung, um sich in einem Raum anpassen zu können.  Der TLR bereitet Baby auf das Rollen und das Krabbeln vor. Der Umgang mit der Schwerkraft, sowie das Gleichgewichtszentrum und die Tiefensensibilität werden trainiert.

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • Haltungsschäden

  • Muskelverspannung

  • Gleichgewichtsstörung

  • Schwierigkeiten Zeit- und Raumwahrnehmung

  • langsamens Arbeiten

  • Buchstaben und/oder Zahlen werden verdreht

  • Abschreiben von der Tafel ist anstrengend

Symmetrischer Tonischer Nackenstellreflex (STNR)

 

Zeit:

18. Schwangerschaftswoche - aktiv 6. bis 10. Lebensmonat

Reflexbewegung:

  • hat zwei Positionen im Vierfüssler-Stand

  • Beugung des Kopfes löst Beugung der Arme sowie Streckung der Beine aus

  • beim Heben des Kopfes, strecken sich die Arme und die Beine beugen sich

Aufgabe:

  • Er ist wichtig, um ins Krabbeln* zu kommen. 

  • trainiert das beidseitige Hör- und Sehvermögen, besonders die Fernsicht.

  • beeinflusst und stärkt die Körperhaltung und die Kraft der Oberarme

*

Das Krabbeln ist für die Koordination der Überkreuzbewegungen wichtig. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Hirnhälften synchron arbeiten.

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

75% der Kinder mit LRS (Lese- Rechtschreibschwäche) haben einen aktiven STNR

  • Schwierigkeiten bei Übergängen von einem zum anderen Lebensabschnitt

  • "Lümmelhaltung" am Tisch

  • Beine/Füße wickeln sich um die Stuhlbeine

  • Sitzt gern im Fersensitz

  • Probleme mit dem Abschreiben von der Tafel und nach dem Aufblicken wieder die richtige Zeile zu finden – Nah- und Ferneinstellung der Augen nicht ausreichend vorhanden

  • mündliche Leistung ist besser als die Schriftliche

  • oft ist der Ellenbogen überstreckt

  • Schwimmenlernen ist schwierig

  • Koordination zwischen Armen und Beinen gelingt nicht gut

  • Purzelbaum ist schwierig

Asymmetrischer Tonischer Nackenstellreflex (ATNR)

 

Zeit:

18. Schwangerschaftswoche bis 7. Lebensmonat

Reflexbewegung:

Sogenannte Fechterstellung: In die Richtung, wo der Kopf gedreht wird, werden Arme und Beine gestreckt während die andere Seite die Arme und Beine beugt.

Aufgabe:

  • Er hilft beim Geburtsprozess und trainiert die einseitige homolaterale Bewegung, damit die rechte und linke Seite unabhängig arbeiten können.

  • stimuliert die rechte und linke Gehirnhälfte gesondert

  • ist wichtig für die Überkreuzbewegungen und die Hand-/Augenkoordination

  • unterstützt die Entwicklung mehrerer kognitiver Systeme (auditiv und visuell) sowie die Raumorientierung.

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

100% der Kinder mit LRS haben einen aktiven ATNR

  • auditive und visuelle Wahrnehmung sind beeinträchtigt

  • Schwierigkeiten in der Rechtschreibung, Grammatik und/oder Rechnen

  • mündlich besser als schriftlich, Gedanken können schwer zu Papier gebracht werden

  • Lesen ist oft anstrengend

  • Fehler beim Abschreiben von der Tafel

  • Linien können beim Schreiben nicht eingehalten werden, fallen abwärts

  • Konzentrationsprobleme

  • Gleichgewichtsprobleme bei Neigung des Kopfes

  • Probleme bei Grob- und Feinmotorik

  • Überkreuzbewegungen fallen schwer

  • eingegrenzte Raumorientierung

  • Beeinträchtigung der Hör- und Sehwahrnehmung

  • Gedächtnis- und Merkfähigkeit sind beeinträchtigt

  • Papier/Heft wird gedreht

 

Amphibien-Reflex (muss aktiv sein)

Zeit:

Ab 5. Lebensmonat bis Lebensende

Reflexbewegung:

Das Anheben des Beckens auf einer Seite verursacht eine Beugung der Arme, Hüfte und Knie derselben Seite.

Aufgabe:

  • unterstützt die Beine zu beugen, um in den Vierfüßlerstand zu kommen

  • Ermöglicht dadurch das Erlernen von Krabbeln und Kriechen

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • sind in den ersten Monaten nicht gekrabbelt

  • stolpert oft die Treppe hoch

  • Beckenschiefstand

  • Schwerfälligkeiten des Unterkörpers

Spinaler Galant

22. Schwangerschaftswoche bis 9. Lebensmonat

Das Streichen seitlich an der Lendenwirbelsäule löst Rotation der Hüfte auf derselben Seite aus.

Zeit:

Reflexbewegung:

Aufgabe:

  • bereitet uns auf die richtige Geburtsposition vor

  • hilft durch den Geburtskanal

  • wichtig für die Entwicklung des Gleichgewichts im Innenohr und die Hörentwicklung

  • hilft zur Regulierung des Urinflusses

  • entwickelt die Körperdrehbewegung

 

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • nur schwer Stillsitzen möglich

  • oft einseitige Hüftrotation

  • hyperaktiv

  • unruhiger Schlaf

  • mangelnde Blasenkontrolle, Bettnässen bis nach dem 5. Lebensjahr

  • Verdauungsstörungen

  • überempfindlich am Rücken

  • mag keine enge Kleidung oder Gürtel

  • Fehlhaltungen, Skoliose und ein schiefer Gang sind möglich

  • schlechtes Kurzzeitgedächtnis

Babinski-Reflex

 

Zeit:

1. Lebensmonat bis 2. Lebensjahr

Reflexbewegung:

Durch streichen an der Außenkante der Fußsohle streckt sich der große Zeh, während sich die restlichen Zehen spreizen

Aufgabe:

  • unterstützt die Entwicklung des Gehens und Laufens

  • beeinflusst die Bewegung von Beinen, Hüfte und Lendenwirbelsäule

  • für den Muskeltonus des Unterkörpers von Bedeutung

  • wichtig für den Umgang mit der Schwerkraft und Stabilität

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • Löcher in den Socken oder Beulen im Schuh - am großen Zeh

  • Halux Valgus und Fersensporn

  • Fußfehlstellung

  • plattfüßig und langsam gehend

  • läuft auf Innen- oder Außenkante

  • schwache Fersen

  • Neigung zu X- oder O-Beinen

  • Einfluss auf Augenstellung, dadurch kann flüssiges und längeres Lesen beeinflusst werden

  • grob- und feinmotorische Probleme

  • Gleichgewichtsprobleme

  • verzögerte Sprachentwicklung

Palmar-Reflex

 

Zeit:

11. Schwangerschaftswoche bis 3. Lebensmonat

Reflexbewegung:

Durch einen Druck in die Handfläche, schließen sich die Finger (ohne Daumen) in die Handinnenfläche.

Aufgabe:

  • wichtig für die Entwicklung des Festhaltens und Greifens

  • entwickelt sich zum Pinzettengriff

  • steht im Zusammenhang mit dem Saugreflex

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • schlechte Handschrift

  • mangelnde Feinmotorik

  • Probleme beim Sprechen und Artikulieren

  • Zähneknirschen

  • unwillkürliche Zungen- und Mundbewegung beim Malen oder Schreiben

Saugreflex

 

Zeit:

24.-28. Schwangerschaftswoche bis 4. Lebensmonat

Reflexbewegung:

Reiz des Mundwinkels: Wird der Kopf in die Richtung des Reizes gedreht, öffnet sich der Mund und die Zunge wird herausgestreckt.

Aufgabe:

  • Nahrung aufnehmen und Nahrungsquelle finden / Die anschließende Saug- und Schluckbewegungen sind grundlegend für das früheste Stadium des Fütterns.

  • regt die Muskelkraft in Nacken und Mund an

  • bereitet auf das Sprechen vor

Anzeichen bei persistierenden Reflex:

  • ständiges Kauen oder Lecken an Gegenständen

  • Sprachprobleme (undeutliche Aussprache, Artikulationsprobleme z.B. Lispeln)

  • überempfindlich im Gesicht, an Mund und Lippen

  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme (das Essen wird mit der Zunge wieder aus dem Mund heraus geschoben)

  • Schluckbeschwerden, sabbern und fehlender Mundschluss

  • oft eine Gebisskorrektur mit einer Zahnspange nötig

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